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13:26 Uhr - Nur wenige Sekunden nach dem Start vom kasachischen Weltraumbahnhof Baikonur ist am Dienstagmorgen eine Proton-M-Trägerrakete mit drei Navigationssatelliten Glonass-M in Flammen aufgegangen und abgestürzt, schreibt die Zeitung „Nowyje Iswestija“ am Mittwoch.

Nach der Explosion stieg eine giftige Rauchwolke auf. Obwohl die örtlichen Behörden wegen des hochgiftigen Raketen-Treibstoffs zunächst Entwarnung gaben, wurde die Startanlage evakuiert. Experten zufolge könnte der Fehlstart für Russland Strafen in Millionenhöhe zur Folge haben. Das von Korruptionsvorwürfen begleitete Vorzeigeprojekt zum Aufbau des russischen Navigationssystems Glonass könnte dadurch einen erheblichen Dämpfer bekommen.

Das vom Staatssender Rossija 24 ausgestrahlte Video über den Absturz ging um die Welt. Experten vermuten einen Triebwerksfehler als Ursache des Unfalls. Bereits nach vier Sekunden konnte die Rakete nicht mehr vertikal fliegen. Nach zwölf Sekunden kam sie von ihrer Flugbahn ab, nach 17 Sekunden erfolgte die Notabschaltung der Triebwerke. Glücklicherweise gab es keine Opfer.

Der Schaden des Absturzes könnte bei etwa 200 Millionen Dollar liegen. Die Versicherungssumme für Schadensersatzansprüche beläuft sich auf 140 Millionen Dollar. Den russischen Staat könnte der Absturz der Rakete teuer zu stehen kommen.

„Der schwere Unfall könnte Folgen für die einheimische Bevölkerung haben“, sagte der Vorsitzende des Verbandes für Chemiesicherheit, Dmitri Lewaschow. „Vieles wird davon abhängen, wohin sich die giftige Wolke bewegen wird. Auf jeden Fall müssen Maßnahmen zur Entgiftung des Territoriums ergriffen werden, vielleicht ist auch die Evakuierung der Bevölkerung nötig. Die kasachische Seite wird sicherlich eine Entschädigung fordern. Es kann sich um mehrere Millionen Dollar handeln“, so der Experte.

Auch die Glonass-Nutzer sind von dem Fehlstart betroffen. Die drei Satelliten sollten die Präzision des russischen Navigationssystems verbessern, so Experte Dmitri Absalow.

Es ist nicht das erste Mal, dass Glonass Ärger bereitet. Bereits am 5. Dezember 2010 verlor Russland eine Proton-M-Rakete mit drei Navigationssatelliten.
(RIA Novosti)

 

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