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Offenbach – Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) in Genf hat gestern berichtet, dass das vergangene Jahrzehnt weltweit das wärmste seit Beginn regelmäßiger Aufzeichnungen im Jahre 1850 war. Nie zuvor wurden zudem ähnlich viele landesweite Temperaturrekorde gemeldet. Die Dekade war gleichermaßen die wärmste auf der Nord- und der Südhalbkugel, über Land und über den Ozeanen.

Der WMO-Bericht macht hierfür insbesondere die erhöhte Konzentration an klimarelevanten Treibhausgasen wie Kohlendioxid, Methan und Stickoxiden in unserer Luft verantwortlich.

Erwartete Folgen des globalen Klimawandels für Deutschland

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) ist der Vertreter Deutschlands in der WMO und bestätigt die Ergebnisse dieser globalen Studie, zu der er selbst mit mehreren Forschungsprojekten beigetragen hat. Dazu zählen Berechnungen des Weltzentrums für Niederschlagsklimatologie (WZN) im DWD ebenso wie eine gemeinsame Studie mit dem Umweltbundesamt, dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe und dem Technischen Hilfswerk bezüglich notwendiger Anpassungsmaßnahmen im Bevölkerungsschutz vor dem Hintergrund des Klimawandels. Hierfür wurden alle für Deutschland verfügbaren Klimabeobachtungsdaten und Simulationen ausgewertet:

Tobias Fuchs, Leiter der Klima- und Umweltberatung des DWD, zu den erwarteten Änderungen der nächsten Jahrzehnte: „Insbesondere bei der Temperatur zeigt sich in Deutschland für das Sommerhalbjahr ein zunehmender Trend heißer Tage mit Höchstwerten über 30 Grad Celsius. Je nach Region sind das derzeit etwa 5 bis 15 Tage pro Jahr. Bis zum Jahr 2100 ist mindestens von einer Verdoppelung dieser Zahlen auszugehen.“

Langfristig mehr Starkniederschläge

Bezüglich der Niederschläge ist etwa ab Mitte dieses Jahrhunderts und vor allem im Winter mit einer Zunahme der Häufigkeit von Starkregenereignissen um rund 50 Prozent gegenüber heute zu rechnen. Auch bei den Großwetterlagen lässt sich aus den vom DWD untersuchten Klimaprojektionen eine Veränderung für Deutschland herausarbeiten, z. B. eine um 15 bis 20 Prozent zunehmende Häufigkeit der Wetterlage "Tief Mitteleuropa". Diese Wetterlage war für die starken Niederschläge im Süden und Osten Deutschlands Ende Mai und Anfang Juni verantwortlich.

Pressemitteilung Deutscher Wetterdienst

 

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