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technikLagerstätten auf dem Meeresgrund sollen von Tauchrobotern erschlossen werden/Russland plant für 2015 Mond- und für 2030 Mars-Flug/ Zweite Jugend der Steinkohle/Russischer Biologe identifiziert Haarwuchs behinderndes Gen

MOSKAU, (RIA Novosti).

 

Lagerstätten auf dem Meeresgrund sollen von Tauchrobotern erschlossen werden

Wissenschaftler, Ingenieure und Industrielle werden ihre Aufmerksamkeit in den nächsten Jahrzehnten nach Expertenprognosen auf das Weltmeer richten, auf dessen Grund gewaltige Rohstoffvorkommen entdeckt werden sollen.

Diese Ressourcen sollen von Tauchrobotern erschlossen werden, die von Wissenschaftlern als "unbemannte Such- und Forschungsapparate" bezeichnet werden. Die Roboter sollen unter extremen Bedingungen einsatzfähig sein und zugleich einen hohen künstlichen Intellekt aufweisen, der mit dem menschlichen vergleichbar sein sollte.

 

Die Verhältnisse auf dem Grund des Weltmeeres sind sogar noch komplizierter als im Weltraum. Der Funkkontakt ist durch die große Wasserschicht erschwert. Selbst Unterwasser-Ortungsgeräte helfen kaum. Es muss zuverlässiger autonomer Betrieb der künftigen Roboter gewährleistet werden. Diese Geräte müssen in der Lage sein, einige Tage hintereinander Forschungsarbeiten durchzuführen und Proben zu entnehmen, aber auch automatisch Entscheidungen zu treffen, ob die Suche erweitert oder der Standort gewechselt werden soll. Die Roboter müssen ihre eigene Position präzise orten und nach Abschluss des Programms zum Mutterschiff zurückkehren können, von dem sie ausgesetzt wurden. Die Wissenschaftler im Institut für Dynamik von Systemen und Theorie der Steuerung der Sibirischen Abteilung der Russischen Akademie der Wissenschaften (Irkutsk) stehen daher vor der Aufgabe, die künftigen Roboter mit diesen Möglichkeiten auszustatten. Experten des Instituts erfüllen derzeit einen staatlichen Auftrag und ein groß angelegtes Integrationsprojekt zur Entwicklung von Unterwasser-Erkundungsrobotern.

 

Eine weitere Aufgabe besteht darin, detaillierte Karten des Grundes von Meeren und Ozeanen zusammenzustellen, die herkömmlichen Landkarten ähnlich sein sollen. Die vorhandenen Meeresgrundkarten sind grob, nicht präzise genug und entsprechen nicht mehr den Erfordernissen der Zeit. Die Unterwasser-Erkundungsroboter sollen die Karten präziser machen bzw. ganz neue aufstellen. Dafür entwickeln Mathematiker in Irkutsk ein Programm-System, das auf GIS-Technologien (Geographisches Informationssystem) basieren wird. Solche Roboter werden vieles selbstständig machen können: Untersuchung des Reliefs des Meeresgrundes, von Unterwassergebirgen u.a.

Russland plant für 2015 Mond- und für 2030 Mars-Flug

Der russische Raketenbauer Energija hat Vorschläge zum Raumfahrtprogramm des Landes bis zum Jahr 2050 vorbereitet. Die Neuerungen sehen laut Energija-Präsident und -Chefkonstrukteur Nikolai Sewastjanow vier Phasen vor: Entwicklung eines effektiven Transportsystems, Erschließung des erdnahen Weltraums wie auch ein Mond- und ein Mars-Programm.

Zur Verwirklichung dieser Pläne wurde beschlossen, die Raumkapsel Sojus und die gleichnamige Trägerrakete zu modernisieren wie auch eine neue schwere Trägerrakete des Typs Angara zu entwickeln.

Nach der Modernisierung der Sojus-Rakete, die 2010 abgeschlossen werden dürfte, werden bis zu 15 Tonnen Nutzlast statt der bisherigen sieben auf Umlaufbahnen befördert werden. In der selben Zeit soll das aussichtsreiche wiederverwendbare Transportsystem Parom (Fähre) geschaffen werden.

"Energija schlägt vor, die Internationale Raumstation ISS auch nach 2020 weiter zu betreiben, die zu einem regelrechten Industrieobjekt wird", sagte Sewastjanow. Große Hoffnungen verbindet Energija auch mit dem Projekt des unbemannten Raumapparates Oka. Das Projekt hat zum Ziel, Industrieproduktionen von der Erde in den erdnahen Raum zu verlegen wie auch diverse Forschungsexperimente durchzuführen.

Das Energija-Programm beinhaltet ferner Arbeiten zum Schutz der Erde vor Asteroiden. Nach Berechnungen von Astrophysikern soll 2029 der Asteroid Apophysis mit einem Durchmesser von 700 Metern ganz dicht an der Erde vorbeifliegen und könnte 2036 gar mit der Erde kollidieren.

Was den bemannten Mond-Flug betrifft, so könnte Russland diese Mission nach Sewastjanows Worten zum Jahr 2015 starten. Gegen 2020 könnte auf der Grundlage neuer bemannter Raumfähren Clipper eine Transport-Infrastruktur geschaffen werden. Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass zu dieser Zeit auf einer Mond-Umlaufbahn ein ständiger Stützpunkt eingerichtet wird. Die industriemäßige Erschließung des Erdtrabanten könnte dann 2030 begonnen werden.

Zum selben Jahr wolle Russland auch eine erste bemannte Mission zum Mars schicken, so Sewastjanow. Von einer Kolonisierung des Roten Planeten könnte erst ab 2050 die Rede sein. Der Termin hänge vom Entwicklungstempo in der Raumfahrt ab, so der Experte.

Zweite Jugend der Steinkohle

Steinkohle ist gegenwärtig weltweit ein Objekt wissenschaftlicher Forschung und innovativer Hightech-Entwicklungen. Die kontinuierlich steigenden Erdgaspreise schaffen Voraussetzungen für eine Renaissance, für eine zweite Welle der Nutzung von Steinkohle in der Energiesparte. Die Stromerzeugung auf der Grundlage von Kohle hat gute Entwicklungsperspektiven nicht nur in Sibirien, wo sie ohnehin schon dominiert, sondern auch im Uralgebiet und im europäischen Teil von Russland.

Russland ist ausreichend mit Kohlevorräten versorgt und verfügt über Vorkommen besonders wertvoller Sorten, die in der Energiebranche und bei der Entwicklung neuer Energietechnologien Anwendung finden. Die Kohlepreise auf dem Inlands- und dem Außenmarkt sind erheblich stabiler als die Gas- und Ölpreise. In den letzten Jahren hat Russland die Ausfuhr von Kohle annähernd versechsfacht.

"Vorschläge zur Korrektur der 'Energiestrategie Russlands bis 2020' sollen dem Kabinett in Moskau bis zum 31. März 2007 zur Prüfung vorgelegt werden", teilte Andrej Dementjew, stellvertretender Industrie- und Energieminister, auf der jüngsten Konferenz "Neue Generation: Zweite Kohle-Welle" mit, die in der russischen Hauptstadt stattfand. Geplant sei, die Kapazität der Stromerzeugung auf Kohlebasis 2011 bis 2015 um 700 Prozent zu erhöhen, um dem drohenden Strommangel im Lande vorzubeugen, sagte der Minister.

Mit der Kohle-Thematik befassen sich mehr als 40 Institute der Sibirischen, der Uraler und der Fernöstlichen Abteilung der Russischen Akademie der Wissenschaften. Eine der interessantesten Entwicklungen der sibirischen Wissenschaftler ist das multifunktionale Abräumgerät ELANG. Es handelt sich um eine neue Klasse von Montantechnik, die bislang keine Analoga in der Welt hat.

Die Maschine ist für diverse Förderverfahren unter Tage bestimmt. Sie eignet sich auch für den Abbau in Vertikal- und Schrägschächten. ELANG kann gleichzeitig mehrere Operationen ausführen, senkt die Metallintensität der anderen Ausrüstungen um 80 bis 85 Prozent, erhöht das Abbautempo, ist energiesparend und kann auch ohne Stützkonstruktionen in Zechen eingesetzt werden.

Russischer Biologe identifiziert Haarwuchs behinderndes Gen

Der russische Biologe Jewgeni Rogajew, der durch seine Forschungen auf dem Gebiet der genetischen Kontrolle psychischer Prozesse bekannt ist, hat ein den Haarwuchs behinderndes Gen identifiziert. Mutationen des Gens wurden bei der Untersuchung einer Erkrankung festgestellt, die Haarausfall bzw. eine spürbare Verlangsamung des Haarwuchses zur Folge hat. Dieses Gen kodiert das Enzym Phospholipase in den Haarwurzeln. Die entdeckte Mutation kann helfen, die genauen Ursachen des Haarausfalls zu ermitteln.

Bei der Erforschung genetischer Ursachen für den Haarausfall bei einer konkreten ethnischen Gruppe in Russland hatten Professor Rogajew wie auch seine Kollegen in Russland und an der Medizinischen Schule der Universität von Massachusetts ein und dieselbe Form von Hypotrichose beschrieben. Diese Erkrankung führt zum vollständigen Haarausfall oder zur deutlichen Verlangsamung des Haarwuchses. Um den genetischen Defekt bei dieser Krankheit zu identifizieren, musste ein genetisches Screening von mehr als 350 000 Personen von verschiedenen Gruppen wie auch von 50 Familien vorgenommen werden.

Mittels Analysen der Desoxiribonukleinsäure (DNS) erkrankter und gesunder Verwandter wurde bei allen Betroffenen eine Mutation im Phospholipase-Gen nachgewiesen.

Das Enzym und die Kette der metabolischen Reaktionen, in die dieses eingebunden ist, könnten zur Entwicklung therapeutischer Mittel für die Bekämpfung des Haarausfalls oder der Haarwuchs-Verlangsamung verhelfen.

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