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Die Insel Rügen - größte Insel Deutschlands - liegt im südwestlichen Teil der Ostsee (Baltic Sea).

Seit historischen Zeiten ist die Kultur der Menschen dieser Insel mit der Seefahrt verbunden. Die Handelsschiffahrt, Fischerei, Seekriege und Seeräuberei prägten das Leben in früheren Zeiten.
Später kam dann der Abbau der riesigen Kreidefelsen als eine mehr bescheidene Industrie hinzu.
Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Insel Rügen mit ihren wunderschönen Sandstränden und Steilküsten immer mehr als Urlaubs und Kurort entdeckt.
Gegenwärtig erlebt die Insel ihre Wiederentdeckung als attraktiver Urlaubsort und auch als ein Ort, an dem man sein Lebensabend verbringen kann. Der Andrang ist zeitweilig so groß, daß ernsthaft über einschränkende Maßnahmen nachgedacht werden mußte.
Die einmalige Natur dieser Insel verkraftet nur ein bestimmtes Maß an Belastung, ohne ernsthaft Schaden zu nehmen.
Aus diesem Grunde gibt es einen ständigen Konflikt zwischen Tourismusindustrie und Schutzbedürfnis der Insel.
Auch wir suchten Ruhe und Erholung auf der Insel aber das zu einer Zeit, wo noch keine Touristenscharen die Insel durchquerten.

Die Bungalowsiedlung, in der wir wohnten, liegt ca. 50m von der Küste entfernt.
Dieser Fleck nennt sich Bakenberg und die Siedlung heißt "Uns Hüsung".
Als wir dort eintrafen, begann gerade der Regen aufzuhören. Unsere Bungalows standen aber alle im Küstenwald und die Bäume ließen noch den ganzen Abend ihre dicken schweren Wassertropfen auf uns niederfallen.
Unsere Gastgeber begrüßten uns alle herzlich und der Charme der norddeutschen Küste hatte uns bald wieder gefangen.
Da die Autos unmittelbar an der Bungalowsiedlung abgestellt werden konnten, war der Weg zum Ausladen der Autos und Einräumen der Hütten schön kurz.
Jens, DL7UMA, ließ es sich nicht nehmen, noch am gleichen Abend seine Antenne aufzubauen und tatsächlich schon mal ein paar QSO's zu fahren.
Wir, das heißt Tom-DH7TS, Jens-DD6UWT, Hans-DD6JM, meine Wenigkeit DD6UMW und XYL Moni, ließen die ganze Sache ruhiger anlaufen. Erstmal die Hütten richtig einrichten und dann in aller Gemütlichkeit den ersten Abend ausklingen lassen. Schließlich machen wir Urlaub, oder..?
An dieser Stelle einige Erklärungen zu den Umständen, unter denen wir hier in der Bungalowsiedlung leben mußten.
Wir waren in der ersten Märzwoche des Jahres in dieser Urlaubersiedlung. Normalerweise ist jetzt alles geschlossen bzw. die Besitzer führen Reparatur- und Renovierungsarbeiten durch. Strom und Wasser sind abgestellt bzw. nur die Frostsicherung läuft noch. Da wir sehr gute Beziehungen zu unseren Wirtsleuten haben, wurde für drei Bungalows die Winterruhe aufgehoben. Leider ließ es sich nicht umgehen, daß die Wasserleitungen abgesperrt blieben. Wir waren im ersten Moment schon ein wenig sauer (Wasser aus Kanister, Toilette nur als "Plumpsklo" in einer anderen Hütte) aber die Richtigkeit dieser Maßnahme sollte uns noch klar werden........
Selbstverpflegung war aus den bereits o.g. Gründen angesagt. Aber das war nun wirklich kein Problem für erfahrene Field-Day-Freaks.
Gefrühstückt wurde jeden Tag ausgiebig und mit viel Appetit (frische Seeluft regt an, hi). Hier hatte XYL Moni einen entscheidenden Anteil, daß der Tag in satter Harmonie begann. Dieses reichte meistens bis zum nachmittäglichen Kaffeestündchen. Oft waren wir aber unterwegs und sind dann in eine der vielen wunderbaren Fischgaststätten eingekehrt.
Es waren echte Gaumenfreuden und der nach jedem Essen gereichte Verdauungstrunk "Fischergeist" , eine Minute flammbiert aus Tongefäßen getrunken, krönte jede Mahlzeit. Wir haben Fisch bzw. Meeresfrüchte in fast allen Variationen probiert. Das gesamte Angebot war in der kurzen Zeit nicht zu schaffen. Aber wir kommen ja wieder ........hi!

Der zweite Tag war nicht mehr so regnerisch aber es wehte ein frischer Wind. Zwischendurch kam sogar die Sonne durch und so hatten wir eigentlich ganz brauchbares Wetter, um unsere Antennen aufzubauen. Für Kurzwelle wurde eine FD-4 gespannt. Dank der exellenten Wurftechnik von Jens, DD6UWT, konnte die Antenne in ca. 6 Meter Höhe aufgespannt werden.
9903 09Die UKW-Antenne, eine 9-Element- Duoband-Yagi(2m /70cm) mit Horizontal-Rotor wurde unmittelbar am Steilküstenrand aufgestellt.
Die Antennenstandorte und Antennenkabelführungen wurden ordnungsgemäß gesichert und bald nach dem obligatorischen Nachmittagskaffee wurden die ersten QSO's geführt. Natürlich haben wir auch eine erste Strandwanderung unternommen.
Leider mußte Hans, DD6JM, am späten Sonntagvormittag wieder die Heimreise antreten. Erst später, nach unserem Urlaub haben wir erfahren, daß diese Heimreise eine Reise mit Hindernissen wurde. Aber diese Geschichte erzählen wir ein andermal.
Übrigens, Wandern entlang der Steilküste war eine der Hauptbeschäftigungen unserer kleinen Crew. Wie schon gesagt, wir wollten uns auch erholen. Jeder von uns konnte aufgrund ganz eigener Erfahrungen bestätigen, daß das Wandern bei frischer Seeluft unheimlich aufbauend wirkt. Nach jeder Wandertour wurden wir mit einem kräftigen Hunger belohnt.
Wenn man sich die Karte anschaut, stellt man fest, daß wir uns am äußersten nordwestlichen Zipfel der Insel Rügen befinden. Auf unseren Wanderungen von Bakenberg Richtung Dranske kamen wir an ehemalige und noch genutzte Militäreinrichtungen vorbei.
Reste von Bunkeranlagen und Sperrzäunen lassen erahnen, daß hier vor gar nicht so langer Zeit Soldaten und ihre Technik zum Landschaftsbild gehörten. Aber inzwischen schickt sich die Natur an, ihr ehemals entrissene Gebiete zurückzuholen.

Am dritten Tag packten auch Jens, DL7UMA und Michael ihre "Sieben Sachen" und machten sich auf die Heimweg. Möglicherweise ist ihnen die Abreise gar nicht so schwer gefallen, denn es nieselte mal wieder kalt von oben.

9903 11Kap Arkona, diesen nördlichsten Inselpunkt mit seinen Leuchttürmen und Kreidefelsen, die Ausgrabungsstätten prähistorischer Siedlungen, die Steilküsten und Geröllstrände muß man einfach gesehen haben.
Das Wetter war für eine Wanderung am Strand wie geschaffen und so kletterten wir die Steilküste herunter und wanderten unmittelbar am Wasser entlang, auf der einen Seite das Meer mit seiner Brandung, auf der anderen Seite die steilen Wände der Kreidefelsen - wunderschön!
9903 12Die Wanderung war schon ein wenig beschwerlich, denn unser Weg führte uns ausschließlich über Geröll, d.h. rund- und glattgeschliffene meist faustgrosse Felsbrocken in unzähligen farblichen Schattierungen.
Manchmal war der Abschnitt zwischen Steilwand und Wasserlinie so schmal, daß man nur bei rückflutender Brandung im Sprint diesen Abschnitt einigermaßen trocken überwinden konnte. Das war ein Gaudi.......!
Selbstverständlich haben wir auch gefunkt.
9903 13Auf den kurzen Wellen ließ es sich ganz gut arbeiten. Die Rapporte, die aus allen Teilen der Welt uns gegeben wurden, bestätigten unsere Vermutung über unseren etwas exponierten Standort.
9903 14Auf den VHF- und UHF-Bändern sah das alles schon ganz anders aus. Hier gab es nicht solche tollen Bedingungen. Abgesehen davon, daß Funkamateure hier im Norden offensichtlich etwas dünner gesät sind als anderswo, waren auch die meteorologischen Bedingungen sehr instabil. Trotzdem haben wir uns bemüht, alle die zu erreichen, die man erreichen konnte.
Wir hatten die Antenne Richtung Norden ausgerichtet und haben demzufolge hauptsächlich Dänemark und Schweden auf dem 2m-Band gearbeitet.

Ein anderer Effekt war ganz amüsant: Mein Telefonhandy (D1-Netz) schaltete andauernd zwischen mindestens 3 Netzen hin und her, einem polnischen, einem dänischen oder schwedischen und dem deutschen D1-Netz. Aber, und das muß auch mal gesagt werden, vom äußersten Norden der Insel Rügen läßt es sich über D1 ganz gut telefonieren. Das soll wohl bei einigen anderen Netzen nicht so gut gehen, oder .....?

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Und weil man im Urlaub immer das machen sollte, was einem am meisten Spaß macht, hatte Jens, DD6UWT, seine Drachen mit. Da oben auf der Steilküste immer ein steifer Wind wehte, bot dieser beste Gelegenheiten, die Drachen zu testen.

9903 16Dann kam die Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag. Und mit der Dunkelheit kam der Winter wieder. Heftiger Schneefall setzte ein und die Temperatur sank unter die Null-Grad-Grenze.
Als wir am nächsten Morgen aus dem Bungalow traten, hatte die Natur ihr Aussehen verändert: Alles war mit einer 8-10 cm dicken Schneeschicht bedeckt. Die Sonne stand noch ziemlich niedrig und ihre goldfarbenen Strahlen tauchten alles in ein merkwürdig romantisches Licht.
Wir gingen raus auf die Steilküste und ließen uns von den Eindrücken fangen. Wir genossen diese herrliche Stimmung.

Der zweite Blick galt den Antennen.

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An der UKW-Antenne war alles i.O. . Nur die FD-4 hing jetzt total durch. Kein Wunder, denn die Antenne und das Kabel war mit einer ca 3cm dicken Eisschicht umgeben. Dieses Gewicht zog die Antenne nach unten. Von ehemals 6m war sie abgesackt auf ca. 2m Höhe. Diese greifbare Höhe wurde auch gleich genutzt, um die Antenne soweit wie möglich von ihrem Eispanzer zu befreien. Wenig später schwankte sie wieder in gewohnter Höhe.

9903 20Wir ließen es uns nicht nehmen, auch bei diesem Wetter eine Wanderung an Strand und Steilküste durchzuführen.
Gleich zu Beginn gab es eine Überraschung: Am Strand, sozusagen auf dem Trockenen, lag ein Aal. Im ersten Moment dachten wir, der wäre tot. Beim Berühren konnten wir uns vom Gegenteil überzeugen. Mit einem schnellen Griff und gekonntem Wurf beförderte Jens, DD6UWT, den Aal wieder ins Meer.
Wir fanden auch noch andere Fische, aber die waren alle tatsächlich tot. Später, beim Essen in der ältesten Fischerkneipe der Insel sagten uns die Fischer, daß nachts stürmische See gewesen sein soll und zur Zeit größere Dorschschwärme die Nordküste streifen. Über den Aal waren sie auch etwas verwundert.

9903 21Trotz einiger Unbequemlichkeiten genossen wir die Tage auf dem nördlichsten Teil der Insel Rügen. Der Großstadtstreß war vergessen und der steife Wind von See her verschaffte uns nicht nur einen freien Kopf sondern auch eine frischen Teint.
Aber wie das immer so ist, solche Tage gehen viel zu schnell vorbei.
Der Abschied von unseren Gastgebern war herzlich und die Einladung fürs nächste Jahr nahmen wir gleich mit.


Also, auf Wiedersehen bis zum nächsten mal....., moin,moin.....!

 

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