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Urlaub und Funken oder Funken und Urlaub oder wie....?


Also , wenn ein Funkamateur Urlaub macht, dann ist das eigentlich schon ein Widerspruch in sich.
Ein Angestellter, ein Elektriker, ein Bauarbeiter, ein Busfahrer oder meinetwegen auch ein Polizeibeamter kann Urlaub machen. Aber ein Funkamateur..........?????? - Geht nicht!!!!
Bei den Ärzten ist es der Eid des Hipokrates: Einmal Arzt immer Arzt!
So ähnlich muß das bei Funkamateuren sein. Na gut, es gibt (noch) keinen Eid auf "Saint Ham" aber über wen der Geist gekommen ist, der kann nicht mehr anders.
Wie soll man es sonst erklären, wenn man plötzlich jede metallische Stange, Röhre oder andere mastähnliche Gegenstände nicht nach Metern sondern nach "Lambda" abschätzt, wenn man in Gedanken ihre Eignung als Vertikalstrahler prüft, wenn man jeden Kirchturm, jedes überdurchschnittlich hohe Gebäude "schön" findet, weil man wahrscheinlich hervorragende ODX-QSO's fahren könnte.
Jede Erhebung in der Landschaft wird im Geiste geprüft, ob sie sich nicht als Field-Day-Standort eignen würde. Oder wäre ein kilometerlanger Koppelzaundraht nicht eine tolle Beverage-Antenne.........usw., usw..Ich glaube, Ihr wißt was ich meine. Mir geht es jedenfalls so. Ich geb's ja zu, wir Funkamateure sind doch irgendwie anders.........!

Ach ja, die Urlaubszeit....!
Wenn sie in greifbarer Nähe gerückt ist, kommt immer meine XYL lächelnd auf mich zu und fragt: Schatz, was machen wir denn diesmal im Urlaub?" In dem Moment schreit alles in mir:
'Na funken!!!!!' Ich fasse mich aber ganz schnell und antworte verschmitzt fragend: "Was haben wir denn noch nicht gemacht?" Damit habe ich ihr den Ball wieder zu geworfen und sie ist in der Tat fürs erste beschäftigt sich zu erinnern, was wir schon alles gemacht oder nicht gemacht haben.
Da meine XYL ein geniales Gedächtnis besitzt, ist meine Schonzeit schnell vorüber und wir entwerfen dann Schönwetter- und Schlechtwettervarianten, bei denen alle Beteiligten auf ihre Kosten kommen.
So war es auch dieses mal.
Ich hatte mir sogar vorgenommen, nicht soviel Geräte mitzunehmen. Bei meinem Entschluß dafür wurde ich durch die Tatsache beeinflußt, daß der Satellit RS10/11, über den ich sonst immer gearbeitet habe, z.Z. stumm ist. Ich entschied mich also für einen 10m-Band-Empfänger (für alle Fälle), einen FT736R und ein 18A-Netzteil.
Von Thomas, DD6UTS, erhielt ich den Mastvorverstärker für das 2m - Band.
Als Antennen hatte ich für das 2m-Band eine Log.-Periodic-4Elemente vorbereitet. Sie war leicht und einfach zerlegbar und hatte eine noch akzeptable Boom-Länge (ca. 80cm).
Da ich aus Erfahrung wußte, daß auf dem 70cm-Band von meinem Urlaubsstandort keine nennenswerten Direktverbindungen zustande kommen, habe ich nur eine Duo-Band-Groundplaneantenne für den Relaisbetrieb eingesteckt. Statt dessen wollte ich mein Glück auf dem 23cm-Band versuchen und nahm dafür eine 19-Element-Yagi mit auf die Reise.
Als Antenne für das 10m-Band hatte ich vorgesehen , einen offenen 1/4Lambda-Drahtdipol, auf 29,4 MHz angepaßt, zu benutzen.
Natürlich fehlte auch nicht das übliche Kleinmaterial und ein angemessener Werkzeugsatz. Diesmal gelang es mir, alles problemlos im Auto zu verstauen und sogar einige Sonderwünsche der XYL zu berücksichtigen.
Rundum zufrieden und erwartungsfroh machten wir uns auf die Reise nach Saalburg in Thüringen an die Bleiloch-Talsperre.

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Unser Urlaubs-QTH liegt in mitten eines Landschaftsschutzgebietes, ungefähr einen Kilometer außerhalb der Stadt, am östlichen Ufer des Bleiloch-Stausee's. Es ist ein ca.6x3m großer Bungalow mit überdachter Veranda und großer Terrasse auf einem Grundstück am Westhang des Hatzenbergs. Von der Terrasse blickt man in südwestlicher Richtung auf den Stausee.

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Unser QTH befindet sich ca.460m über NN. Der Stausee selbst liegt etwa bei 380-390m über NN.
In nordwestlicher, nördlicher, östlicher und südlicher Richtung sind wir von Bergen umgeben, die zwischen 550m und 650m hoch und mit herrlichem Wald bewachsen sind. Auch auf unserem Grundstück sind wir von Nadelbäumen umgeben. Lediglich in südwestlicher Richtung hat man relativ freie Sicht.
In der dunstigen Ferne sieht man die Gipfel des Frankenwaldes.
Diese etwas ausführliche Beschreibung der Umgebung unseres Urlaub-QTH's soll die funkphysikalischen Bedingungen verdeutlichen, unter denen ich gearbeitet habe. Aber dazu später mehr.
Unsere Gastgeber, ein Rentnerehepaar aus Lobenstein, hatten wieder mal alles hervorragend vorbereitet und so konnten wir nach dem Auspacken sofort mit dem Wohlfühlen anfangen.
Irgend jemand sagte mir mal, daß das Grillen in Thüringen erfunden wurde. Ich weiß es nicht, aber daß es ewige Tradition ist, scheint unumstritten zu sein. Es ist jedenfalls eine herrliche Sache und so haben wir gleich am ersten Abend bei Bratwurst, schönem Bier, einem goldenen Sonnenuntergang und richtigem Vogelgezwitscher den Streß der Großstadt von uns fallen lassen.

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Am nächsten Tag habe ich dann die Antennenanlage und das Shack aufgebaut.

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Auf die Mastspitze wurde die Duo-Band-Groundplane gesetzt, darunter die 2m-LPD-Antenne horizontal mit Mastvorverstärker und darunter die 23cm-Yagi, auch horizontal.

Der 10m-Dipol wurde direkt über dem Bungalow in etwa 5m Höhe zwischen den Bäumen gespannt.
Bis zum Mittag war mein Shack komplett eingerichtet. Ich hatte mir wirklich eine Flasche Bier verdient...! Und dann.......Netzgerät an, Transceiver FT an, 10m-Kiste an und Stehwelle gemessen:

2m - 1:1,2
70cm - 1:1,4
23cm - 1:1,2
10m - 1:1,1

Ich konnte tatsächlich zufrieden sein.

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Zuerst begann ich die Bänder abzuhören:
Im 10m-Band waren 3 DL-Stationen mit S7-S8 und R5 aufzunehmen, offensichtlich im Nahfeld gelegen. Mit S2 und R3-R4 waren mehrere englische, französische und italienische OM's zu hören. Für die Tageszeit(ca.14.00Uhr MESZ) war das nicht schlecht.
Auf den Down-Link-Frequenzen der gängigen Satelliten herrschte gerade Ruhe.
Das 23cm-Band war "leer". Es rauschte von Bandanfang bis -ende.
Das Rauschen wurde hin- und wieder unterbrochen durch QRM von wahrscheinlich kommerziellen Nutzern (ca.30km Luftlinie entfernt befindet sich der Flugplatz Hof). Ich habe zu späteren Tageszeiten und an verschiedenen Tagen gerufen und gehört. Aber es tat sich nichts. Ich habe die 23cm-Strecke wieder abgebaut und das etwas bessere Kabel H100 an Stelle des RG213 für die 2m-Strecke eingesetzt.
Der Relaisbetrieb funktionierte ganz gut.
Ich konnte über die 2m-Relais DB0THA, DB0WEI, DB0MAK, OK0E arbeiten. Im 70cm-Band konnte ich über DB0REN und DB0NAI arbeiten.
Das Hauptbetriebsrelais in dieser Gegend scheint das R5x DB0THA auf der Schmücke" zu sein. Jeden Abend trafen bzw. treffen sich hier Gesprächsrunden und wer wollte, konnte OM's zwischen Nürnberg, Leipzig, Nordhausen und Suhl arbeiten.

Aber mich interessierte viel mehr die 2m-SSB-Strecke.
Insbesondere hier erwies sich der Mastvorverstärker als der "Schlüssel zum Glück".
Wie ich schon erwähnt hatte, war mein Standort funkphysikalisch nicht gerade ideal. Diese Tatsache machte sich besonders bei feuchtem Wetter bemerkbar. Ich konnte eine 2m-Bake empfangen, durchschnittlich mit S5. Wenn das Wetter schlechter wurde, stieg der S-Wert der Bake kurzzeitig auf S7 und fiel dann bei einsetzenden Regen auf S2-S3 ab. Der feuchte Wald ringsumher schluckte ein Menge Energie. Zum Beispiel konnte ich das Relais DB0REN (70cm) während und einige Zeit nach einem Regen nicht öffnen.
Aber, Gott sei Dank, war die Großwetterlage überwiegend auf hochsommerliches Wetter eingestellt.
So lauschte ich dann auf 2m USB, die Antenne Richtung Südsüdwest etwa 10-15 Elevation angestellt, auf ODX-Stationen.
Und ich wurde auch belohnt. Ich hörte folgende Stationen mit R4-R5 und S2-S3 :

HB9PZQ/p
IW3MPO
IW3GBO
HB9QQ
LX/PE1NGE/p
IK7NAE
SM4VQP
OK2PQR/p ,

um nur die weitesten zu nennen, natürlich auch jede Menge OM's aus DL.
Durch diese Hörerfolge beflügelt, versuchte ich einigen rufenden Stationen zu antworten.

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Obwohl ich mir meiner Lage bewußt war (40Watt Ausgangsleistung, 4-Element-LPDA ca.6dB, von Bergen "umzingelt" und nur ein schmales Fenster Richtung Südwest), versuchte ich es trotzdem. Ich antwortete auf den CQ-Ruf der Schweizer Station HB9PQZ.
Und, oh Wunder, er hörte mich auch sofort, konnte gerade noch mein Rufzeichen bestätigen und wurde dann von anderen Stationen, die mich möglicherweise nicht hörten, "zugedeckt".
Einerseits war ich enttäuscht, daß ich das QSO nicht zu Ende führen konnte, andererseits war ich begeistert,daß es mir unter solchen Umständen gelungen war, ein Direkt-QSO mit HB9 zu führen.
Aber ich war jetzt fest entschlossen, nicht eher nach Hause zu fahren, bis nicht ein ordentliches QSO mit HB9 im Log steht.
Nach einem Glas kühlem Bier setzte ich mich ans Gerät und suchte systematisch den Frequenzbereich ab. Ich versuchte auch die Antennenrichtung zu variieren und konnte sogar eine SM-Station hören, aber eben nur hören. Sie zu arbeiten, hatte ich keine Chance.... zu viel QRM durch das Pile-up der anderen Stationen. Inzwischen waren schon 12 schöne Urlaubstage vergangen.
Einige QSO's mit deutschen und tschechischen Stationen standen bereits im Log. An diesem Tag, so gegen 20.00Uhr MESZ, stellte ich die Frequenz ein, auf der ich den ersten QSO-Versuch mit HB9 unternommen hatte. Da hörte ich ein HB9... rufen, noch mit schwankenden Werten R2-R3. Offensichtlich war seine Antenne nicht genau in meine Richtung gedreht. Nach einigen Augenblicken stieg das Signal auf R4 und in seiner Rufpause antwortete ich auf seinen CQ-Ruf. Nach einem "...again..." kamen wir endlich zueinander: HB9RDE aus JN37LI ! Wir tauschten die üblichen Rapporte und verabredeten uns zum September-Contest (1.Sept.- Wochenende).
Na also !! Zufrieden lehnte ich mich zurück, nahm einen kräftigen Schluck und dachte: Es muß nicht immer eine 11-Elem.- Vierer-Gruppe und 400W-PA sein.....!
Offensichtlich hatte ich laut gedacht, denn meine Frau schaute hoch und fragte:" Was hast Du gesagt, Liebling, ich habe Dich nicht verstanden!" Mit einem Lächeln sagte ich : "Ich liebe Dich!" Sie stutzte kurz, strahlte dann aber genauso zurück und beide fanden wir den Urlaub prima.
In den folgenden Tagen versuchte ich mit unterschiedlichem Erfolg SSB-QSO's mit Stationen nahe der Hörbarkeitsgrenze (Werte um R2) zu führen. Der süddeutsche Raum wurde regelrecht "abgegrast" und tatsächlich gelang es mir, eine weitere Schweizer Station zu arbeiten: HB9PZQ/p aus JN47DG.
Ich war happy.....!
Auch über Satellit gab es gute Verbindungen, ganz Europa war vertreten.
Und wenn keine Fernverbindungen möglich waren, klinkte ich mich ins lokale Funkgeschehen über Relais ein.
Hierzu ein paar Bemerkungen.
Ich komme, wenn man es mal topographisch betrachtet aus dem Flachland, obendrein auch noch aus Berlin. Funktechnisch gesehen ist unsere Hauptstadt völlig erschlossen; ich meine, es ist sogar mehr als gebraucht wird. Das hat zur Folge, daß z.B. der Relaisbetrieb als lokales Betriebssystem betrachtet wird.
In einer Großstadt ist das Entfernungsempfinden ganz anders:
Vom Zentrum Berlins bis zu den Stadtgrenzen sind es ca.12km Luftlinie, etwa 15-20km mit dem Auto oder 30-40min S-Bahnfahrt.
Diese Entfernungen sind meistens sogar in einer Direktverbindung zu überbrücken, mit Relais geht es ganz sicher von jedem Punkt der Stadt aus. Und bei der Anzahl der Relais kann man sich sogar eins aussuchen, nach welchen Gesichtspunkten auch immer. Aber das ist wahrscheinlich in jeder Großstadt so, die funktechnisch einigermaßen erschlossen ist. Bei so einem Überangebot bekommt der Relaisbetrieb automatisch einen bestimmten Stellenwert: Man erreicht sich ja sowieso......!
Ganz anders in den Bergen, in diesem Fall Thüringer Wald, Voigtland, Erzgebirge, Frankenwald und Fichtelgebirge. Diese topografischen Gegebenheiten muß man sich vor Augen halten.
Und wer schon mal in den Bergen unterwegs war, wird festgestellt haben, daß eine direkte Verbindung zu einem nur 10km Luftlinie entfernten Ort unmöglich oder nur über Relais herzustellen war.
Selbst um ein Relais zu erreichen sind manchmal beeindruckende Antennenkonstruktionen notwendig. Die Relaisstationen stehen auch auf Bergen und in Höhen, die wiederum einen riesigen Einzugskreis garantieren. Da werden dann ohne Probleme QSO's gefahren zwischen Stationen, die unter Umständen 200-300km von einander entfernt sind.
Auch hier gibt es tägliche Runden mit immer den gleichen Teilnehmern, OV-Runden u.ä..
Wenn man aber bedenkt, daß die OV-Mitglieder sehr oft mehr als 40 oder 50 km auseinander wohnen, kann man sich gut vorstellen, daß z.B. der monatliche OV-Abend eine ganz andere Wertigkeit besitzt, als in Gegenden, wo man sich ganz schnell mal nach Feierabend oder bei besonderem Bedarf treffen kann, wie z.B. in Berlin. Wir sind da ganz schön verwöhnt......!
Verglichen mit Berliner Verhältnissen ist der Relaisbetrieb in dem Einzugsgebiet, welches ich mithören konnte, abwechslungsreicher. Die Chance, neue QSO-Partner zu treffen ist weitaus höher als bei uns. Das liegt einmal an den schon o.g. Gründen zum andern an der ausgesprochen günstigen Lage der Relais'. Wenn man auf die Landkarte schaut, kann man feststellen, daß im Norden die Autobahn A4 verläuft, im Osten die A9 und A72, im Süden die A9,A3 und A70 und im Westen die A7. Hinzukommen etliche Bundesstraßen, die ebenfalls gut befahren werden. So ist es eben nicht verwunderlich, wenn ich fast täglich 4-5 neue Rufzeichen aus allen Teilen Deutschlands arbeiten konnte, die in dem oben beschriebenen Einzugsgebiet auf der Durchreise oder anders "mobil" oder "portable" waren.

Was mich allerdings auch hier enttäuschte, war (oder leider noch ist) die Tatsache, daß auf 70cm über Relais und auch direkt kaum Betrieb zu hören war. Eigene CQ-Rufe direkt gingen ins Nirwana und über Relais habe ich ganze 5-mal eine Antwort erhalten.
Ich kann immer nur wieder mein Unverständnis ausdrücken, wenn über Bandbelegungen durch kommerzielle bzw. ISM-Nutzer gezetert wird, aber selbst keine Aktivitäten veranstaltet werden, gelegentliche Conteste mal ausgenommen.

Was wäre ein Urlaub ohne Schlecht-Wetter-Perioden?
Man wüßte das schöne Wetter nicht zu schätzen.
Eigentlich kannte ich das schon aus den Vorjahren: Mindestens eine Gewitterfront zog über uns hinweg.
Diesesmal waren es mehrere und manchmal 3x in 24 Stunden.
Da ich erstens nicht ängstlich bin und zweitens auf meine gute Erdung vertraute, blieb ich also auch während der Gewitter QRV. Das QRN brauche ich wohl nicht beschreiben. Vielleicht hätten Gewitterforscher ihre wahre Freude daran....

 

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Viel interessanter war es, die sogenannten Gewitterscatter zu beobachten.
Die durch die elektrische Entladung (Blitze) kurzzeitig entstehenden Ionisationswolken bilden einen ausgezeichneten Reflektor für elektromagnetische Wellen. Zwar dauert die Erscheinung jeweils nur 1-2 Sekunden dafür aber mit einer Empfangsfeldstärke S6 bis S8 sowie R5, klare Modulation.
Auf diese Weise kann man natürlich kein normales QSO fahren. Die Bruchstücke, die man hört, reichten gerade aus um zu erkennen, ob es sich um Deutsch oder eine andere Sprache handelt. Immerhin, ich bilde mir ein, französisch gehört zu haben.
Aber ein Burst von einer Sekunde ist völlig ausreichend, ein Packet-Signal (Datenpaket von 1000ms) zu empfangen oder zu übertragen. Es würde zum Beispiel völlig ausreichen, als Mindestangaben Call, Locator und Uhrzeit/UTC zu paketieren. Der Empfänger müßte diese Angaben richtig dekodieren und per QSL-Karte antworten. Daraufhin gibt es vom Sender eine QSL-Karte als Bestätigung zurück.
Ein schöner Spaß....!
Nun ja , man kommt schon auf die tollsten Ideen, wenn man Urlaub hat, hi.
Und da wir gerade dabei sind.....während meiner, ich meine natürlich unserer Urlaubszeit, kreuzte unser teurer Heimatplanet die Bahn des Meteoritenstromes der Perseiden.

 

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Zur Erinnerung: Dieser Name ist der Tatsache geschuldet, daß es von der Erde so aussieht, als kämen diese Meteoriten aus dem Sternbild der Perseiden (Siebengestirn).
In diesem Jahr war es so um den 12.August. Bei klarem Himmel konnte man nachts dutzende von Meteoritenfälle (Sternschnuppen) beobachten. Der leuchtende Schweif, also das sichtbare Zeichen eines verglühenden Meteoriten, erzeugt gleichzeitig eine Ionenwolke, die sich für Sekunden bis zu 2 Minuten (bei größeren Meteoriten) halten kann. An dieser Wolke werden elektromagnetische Wellen hervorragend reflektiert. Diese Erscheinung ist das sogenannte Meteorscatter (MS).
Wir hatten Glück, daß auch nachts der Himmel klar war und so konnten wir dieses faszinierende Schauspiel beobachten.
Natürlich hatte ich dabei die Kopfhörer auf und versuchte auch ein paar Scatter zu erwischen. Es war das erste Mal, daß ich beim MS QRV war. Deshalb hörte ich nur zu. Nun bin ich ja vom Satellitenbetrieb schon einiges gewöhnt was Schnelligkeit und Verständlichkeit betrifft. Aber beim MS ist es noch einen Zacken schärfer. Wer CW kann, der ist im Vorteil und wer eine große Antennenanlage besitzt, ist nochmal im Vorteil. Ansonsten hilft nur Zuhören und Üben, Zuhören und Üben.... eine echte Herausforderung.

Leider ging unser Urlaub auch zu Ende.
Unseren Gastgebern hatten wir noch eine gemeinsame Fahrt nach Marienbad und Franzensbad versprochen und die haben wir die letzten Tage auch noch durchgeführt.
Eine schöne Zeit geht immer wie im Fluge vorbei.
Mit der Gewißheit, daß wir nächstes Jahr wieder urlaubmachenderweise Funken oder funkenderweise Urlaub machen werden, stürzten wir uns wieder ins kreischende Leben unserer Hauptstadt.


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de Willy - DD 6 UMW -

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