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Sibirien, das mit einer Fläche von rund zehn Millionen Quadratkilometern der Größe von ganz Europa entspricht, ist ein gewichtiger Bestandteil des globalen Klimasystems.

Die Besonderheiten des Klimawandels in Sibirien haben für unseren Planeten insgesamt eine Bedeutung. Beobachtungen der Wissenschaftler vom Institut für Monitoring der Klima- und Umweltsysteme der Sibirischen Abteilung der Russischen Akademie der Wissenschaften haben ergeben, dass sich die Abweichungen von den "Klimanormen" in Sibirien seit 100 Jahren sogar verringert haben. Doch in einzelnen Gebieten erfolgt die Klimaerwärmung schneller, als in den anderen Regionen des Planeten.

Die Klimaerwärmung wird bekanntlich auf die Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre zurückgeführt. Sibirien ist für die Bewertung der Konzentration der Treibhausgase in der Atmosphäre durch natürliche Faktoren von besonderem Interesse. Einen wesentlichen Beitrag dazu leisten die gewaltigen ökologischen Sumpfsysteme Sibiriens. Dort liegt beispielsweise der weltweit größte Sumpf Bolschoje Wasjuganskoje (53 000 Quadratkilometer), dessen Erforschung es ermöglichte, eine Reihe neuer klimatisch bedeutsamer Effekte zu ermitteln.

Es stellte sich heraus, dass die Lufttemperatur über dem Torf- und Sumpfsystem im Vergleich zu den anliegenden Territorien in der Winter- und Frühjahrszeit höher und in der Sommer-Herbst-Saison um zwei bis vier Grad niedriger ist. Laut aus dem Weltraum gewonnenen Forschungsergebnissen bleibt dieser Temperaturunterschied bis in Höhen von acht bis zehn Kilometer erhalten.

Ein weiterer Effekt, der auf dem Sumpf Boschoje Wasjuganskoje erforscht wurde, hängt mit der Bilanz der Treibhausgase im ökologischen Torf- und Sumpfsystem zusammen (die dortigen Torfvorräte sind 3000 bis 5000 Jahre alt). Bekanntlich übersteigen die Kohlensäuregasmengen, die durch die Vegetation aufgenommen werden, quantitativ die Ströme von Kohlensäuregas und Methangas, die aus den Sümpfen in die Atmosphäre gelangen. Also ist die Treibhausgas-Bilanz positiv. Nach Expertenschätzungen bleibt die positive Treibhausgas-Bilanz auf dem Sumpf Bolschoje Wasjuganskoje mindestens bis zum Jahr 2080 erhalten. Nach Ansicht der Wissenschaftler kann sich das in Zukunft wegen der verhältnismäßig spärlichen Sumpfvegetation ändern.

(Quelle: RIA Novosti)

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