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Als für dieses Jahr die Urlaubsplanung auf der Tagesordnung stand, war ursprünglich ein Reiseziel in Schottland in der engeren Wahl. Wie so oft im Leben kommt es aber anders. Der Urlaub im vergangenen Jahr war noch in recht guter Erinnerung. Was lag also näher als noch einmal an diesen Ort zu reisen. Für einige Ausflugsziele hatte die Zeit damals ohnehin nicht ausgereicht. Jetzt war wieder eine Gelegenheit, das noch "unerforschten" Terrain zu erkunden. Die Entscheidung im "Familienrat" fiel schnell. Das Urlaubsziel 2002 hieß - Malta.

Die Anreise erfolgte, so wie im vergangenen Jahr, mit einem Autoreisezug der Deutschen Bahn AG. Nach Malta mit der Bahn – wie geht das denn? Auch ich kannte bis vor einem Jahr nur die Insel Malta im Mittelmeer. Unser Reiseziel lag aber wesentlich näher und ist tatsächlich direkt auf dem Landweg erreichbar. Das Auto wurde abends in Wannsee verladen und nach einem Schlummertrunk konnten wir die Vorzüge einer Schlafwagenfahrt genießen. Am darauffolgenden Vormittag traf unser Zug am Zielbahnhof Villach in Österreich ein. Von dort aus fährt man dann nur noch eine knappe Stunde auf der Landstraße bis nach Malta. Malta selbst ist eine kleine Gemeinde im Nationalpark Hohe Tauern und liegt im Bundesland Kärnten. Wegen der vielen Wasserfälle, die sich rechts und links entlang der Berghänge ihren Weg bahnen, bezeichnete der Dichter Gustav Renker dieses Tal sehr treffend als das "Tal der stürzenden Wasser".

Die Malta, ein kleiner Bach, dessen Ursprung am Fuß des Ankogel und der Hochalmspitze zu finden ist, hat von seiner ursprünglichen Kraft verloren. Schuld daran ist die in den 70-iger Jahren errichtete "Kölnbreinsperre". Die Stauanlagen sind über die 18,3 km lange Malta-Hochalm-Straße zu erreichen. Die Staumauer hat eine Höhe von 200 m und ist 600 m lang. Das riesige Speicherbecken kann 200 Mio m3 Wasser aufnehmen. Das Wasser wird über ein mehrere Kilometer langes Rohrsystem zu einem tiefer gelegenen Wasserkraftwerk geleitet.

Wer in Malta mit einem Zelt oder Wohnmobil Urlaub machen möchte, findet mitten im Ort einen sehr schön gelegenen Campingplatz. Direkt auf dem Gelände befindet sich ein Freibad, welches vor allem von den Kindern regen genutzt wurde.

qrp aus malta 1Unser Urlaubsquartier in Malta war wie im vergangenen Jahr die "Pension Jahn". Ein ruhiges Zimmer im ersten Stockwerk, mit Blick auf den "hauseigenen" Wasserfall, waren die besten Bedingungen für einen erholsamen Urlaub.

Wie im letzten Jahr war auch die QRP-Ausrüstung in Form des FT817 wieder mit im Gepäck. Vom Balkon wurde eine 7 Meter "Lang"-Drahtantenne zum nächstgelegenen Wäschepfahl abgespannt. Damit waren die Voraussetzungen für die abendlichen QRP-Kontakte geschaffen.

Die meisten Verbindungen wurden dabei auf dem 30-m-Band in Telegrafie getätigt. Am Ende des Urlaubes standen 18 QSOs mit 13 europäischen Ländern im Logbuch.

qrp aus malta 2Während einer Ausfahrt zur Nockalmstrasse hatte ich eine kleine Rast auch zum echten QRP-Portabel-Betrieb genutzt. Nur mit einer Stabantenne (1,20 m) und 5 Watt Sendeleistung kamen in 2000 m Höhe immerhin zwei CW-QSOs auf 10 bzw. 14 MHz nach HB9 und SV8 zustande.

Die UKW-Lage des Urlaubsquartier war nicht ganz so günstig. Über Reflexionen konnte ich nur ab und an den nächsten 70-cm-Repeater erreichen. Bei einer dieser QSOs hatte ich auch meine erste Berührung mit Regen-Scatter-Verbindungen. Gerd, OE8BGQ, beschäftigt sich intensiver mit dieser Betriebsart. Während starker Regenschauer über dem Alpengebiet hatte er einige Verbindung im GHz-Bereich via Regen-Scatterausbreitung getätigt. Während wir uns auf 70-cm unterhielten, übertrug Gerd für kurze Zeit die bei ihm anliegenden Signale aus Süddeutschland.

Einen Packet Radio Umsetzer konnte ich in Malta nicht erreichen. Auf der APRS-Frequenz 144,800 MHz hingegen waren erstaunlicherweise recht viele Aktivitäten zu beobachten. Aus Deutschland waren allerdings nur einige wenige Stationen aus dem süddeutschen Raum zu sehen. Das Stationsangebot aus Italien und Österreich war da ungleich höher. Die Informationen von den APRS-Wetterstationen entlang der Adriaküste und aus Österreich gaben einen guten Überblick über die aktuelle Wettersituation.

qrp aus malta 3Von Malta aus führt nur eine Straße aus dem Tal heraus. Gmünd ist der nächste größere Ort. Hier wurde übrigens in den Jahren 1944-1947 der legendäre "Porsche 356" gebaut. Der Gmünder Antiquitätenhändler Helmut Pfeifhofer errichtet 1982 in Gmünd das erste und einzige private Porsche – Automuseum in Europa. Kurz vor dem Ortseingang von Gmünd grüßte uns jeden Tag ein Polizist.

Ich bin mir nicht sicher, aber irgendwie kam mir das Gesicht bekannt vor....

von DL7UAW-Andreas Wellmann

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