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Liebe OM's von D17,

Ziel unser Aktivitaeten soll es sein, D17-Berlin-Mitte mehr als bisher in die Luft zu bringen, und zwar in all der Vielfalt, die unseren gemeinsamen und auch individuellen Interessen entsprechen. Ich erinnere in diesem Zusammenhang an die neue AFU-Gesetzgebung und deren Durchfuehrungsbestimmungen.
Dadurch, dass es eine Einsteigerklasse gibt und dass jeder Rufzeicheninhaber im Prinzip auch ein Ausbildungsrufzeichen fuehren kann, wird kuenftig wesentlich mehr Betrieb auf den Baendern sein. Das ist einerseits gut so - vieleicht werden dann die UHF/SHF-Baender mehr belebt sein - andererseits kann diese Freiheit zu CB-Funk-aehnlichen Verhalten bezueglich der Funkdisziplin fuehren. Dem kann man nur begegnen z.B. durch o.g. Aktivitaeten, durch Vorleben einer entsprechenden Funkdisziplin. Schauen wir uns das Gesetzeswerk genauer an, stellen wir fest, dass z.B. die Einsteigerklasse die klassischen VHF/UHF-Baender betrifft. D.h.,da,wo es ohnehin schon Probleme gibt, kommen neue hinzu. Die Probleme, das Verhalten der Einsteiger, wird auf die KLasse 2 abgeschoben. Da werden die Einsteiger schnell feststellen, dass der Stress viel zu gross ist und von der Einsteigerklasse ablassen. Dann nimmt man lieber ein Ausbildungsrufzeichen unter Schirmherrschaft eines DL'ers und kann auf allen Baendern rummachen. Sacra, das wird ein Leben......... Der Rufzeichenmissbrauch wird wahre Blueten treiben. OK, das ist die pessimistische Sichtweise. Die optimistische Sicht ist, dass auf diese Weise vielen der Einblick ins Amateurfunkgeschehen erleichtert wird. Man kann "hineinriechen" und mal schauen, ob man sich tiefer hineinwagt oder nicht. Das kann auch eine gute Werbung sein.
Gott helfe mir, aber ich kann das dumme Gefuehl nicht los werden, dass man auf diese Weise einen Lower-class- und einen Upper-class-Funkamateur schafft. Die Anzahl der Leute der Klasse 3 u. Klasse 2 wird weit aus groesser sein, als die der KLasse 1.
Eine fatale Ironie auf die 2/3-Gesellschaft. Aber das nur nebenbei....

Was koennen wir machen?
Um ein bischen Vielfalt in unser OV-Leben zu bringen, schlage ich vor, die mehr oder weniger regelmaessig taeglich durchgefuehrten abendlichen OV-Runden auf die Frequenzen und/oder auf die Betriebsarten zu splitten:
Die Woche hat sieben Tage. Da koennte man theoretisch jeden Tag etwas anderes machen. Aber wir sollten "klein" anfangen, z.B. Montags - an diesem Tagesabend macht OV Y14 seine Runde auf "unserer" 2m-OV-QRG.
Da koennten wir die QRG wechseln und im SSB-Bereich den Abend gestalten. Ich weiss,einige koennen da noch nicht folgen aber ich denke auch dafuer koennen wir eine Loesung schaffen.
Es muss ja nicht SSB sein. Es wuerde auch schon reichen, erstmal nur auf 70cm umzuschalten.
Eine andere Idee waere das Frequenzsplitting und/oder das Band-Splitting. Dabei koennte auch die Kurzwelle zu ihrem Recht kommen: Wer kann und darf sendet auf KW und hoert auf UKW und der andere sendet auf UKW und hoert KW. Hierbei koennen auch SSB oder andere Betriebsarten eingesetzt werden. Das 10m - Band ist fuer den Nahverkehr eigentlich gut geeignet.
Eine reizvolle Sache auch fuer SWL's!
Gut, mir ist klar, dass sich diese Vorschlaege fuer manche sicher sehr interessant anhoeren aber fuer eine "nur Feierabendbeschaeftigung" zu viel Aufwand bedeuten und damit eigentlich nicht durchfuehrbar sind.
Vielleicht ist es so. Aber es muss ja nicht jeder alles machen!
Man koennte ja so eine Art Fahrplan aufstellen: An dem Tag laeuft das, am anderen Tag jenes, oder auch stundenweise oder mehrere Tage oder diese Woche das, die naechste Woche jenes oder, oder,oder.............. .
Ich glaube, Ihr wisst was ich meine!


Wir Ihr sicherlich wisst, hat die Field-Day-Crew von DF0BLM den Standort Gosen fuer ihre Aktivitaeten erschlossen.
Ende April/Anfang Mai wurde dort das diesjaehrige Treffen der Gruppe JAIG durchgefuehrt.
Jeder, der schon mal dort war, hat mitbekommen, dass dort ausgezeichnete Funkbedingungen herrschen und dass auch die uebrigen Moeglichkeiten des Zeitvertreibens fast grenzenlos sind, hi.
Unsere Gastgeber dort sind sehr aufgeschlossen uns gegenueber. Man kann schon fast sagen,dass sie sich jedes mal freuen,wenn wir dort auftauchen.
Aus diesem Grund haben wir uns gedacht, dass wir diese guten Beziehungen nutzen koennten und dort ein- oder zweimal im Jahr ein OV-Meeting machen, bei dem auch die Familienangehoerigen oder andere Freunde dabei sein koennten. Wer moechte kann auch ueber Nacht bleiben. Uebernachtung in Zelt oder Zimmer ist moeglich. Der finanzielle Einsatz ist hier sehr moderat gehalten und kann unter bestimmten Bedingungen noch vertraeglicher gehalten werden.
Die An- und Abreise ist die einzige organisatorische Anstrengung, die jeder selber investieren muesste, selbst wenn er nur sagt, dass er kein Auto hat. Dafuer gibt es mindestens 10 Loesungsvorschlaege, hi.
Eine andere Idee waere, sogenannte Betriebsartenpraktika durchzufuehren. Hierbei soll es darum gehen, Betriebsarten zu praktizieren, die man im Stein der Groszstadt schlecht oder gar nicht betreiben kann.
Oder es wird ein Antennentag durchgefuehrt: Ausprobieren von Antennenarten, Aufbautechniken, Messvorgaenge rund um die Antenne u.v.m. . Platz ist genuegend vorhanden.
Man kann dort sogar Urlaub machen, funken und Urlaub machen, ohne Probleme! Ich habe es ausprobiert - h e r v o r r a g e n d !
Falls dem Amateurfunk doch ein Stueck vom LF- und VLF-Band ueberlassen werden sollte, haetten wir mit dem Platzangebot einen klaren Standortvorteil.
Noch zwei Anregungungen zum Schluss:
Der Amateurfunk wird sich auch nicht dem Trend nach Hochgeschwindigkeitsnetzen verschliessen koennen. Dazu bedarf es unter anderem auch geeigneter Standorte.......!

In absehbarer Zeit wird mit dem Bau der internationalen Raumstation ISS AlphaI begonnen. Es ist anzunehmen, dass auch der Amateurfunk in irgend einer Weise vertreten sein wird. Was waere eine Hauptstadt ohne direkten Draht in den Himmel, hi.!?

Apropos Himmel...!
Die Radioastronomie ist eine wahnsinnig interessante Angelegenheit.
So unwahrscheinlich das auch klingen mag, aber hier kann besonders der SWL'er zu Ruhm und Ehre, mindestens aber zu einmaligen Erlebnissen und Erfahrungen kommen. Der Empfang von elektromagnetischen Wellen aus den Tiefen unseres Sonnensystems oder von noch weiter her ist mit den technischen Now-How eines Funkamateurs durchaus moeglich!
Ich moechte nur daran erinnern, dass die beruehmtesten und spektakulaersten Kometen der juengsten Vergangenheit durch Amateurastronomen entdeckt wurden.


Nun, das hoert sich alles ein bischen phantastisch an, nicht wahr ?
Aber was hindert uns eigentlich, das auszuprobieren, es zu realisieren, oder.... macht andere Vorschlaege!
Ach ja, einen Haken haben solche "Projekte" aber:
Der Amateurfunk verliert hierbei seine individuelle Note, mehr noch, hier ist Teamarbeit Voraussetzung fuer Erfolg!!

Also, dieses sollen Denkanstoesse sein und gleichzeitig Themen fuer die naechsten OV-Abende.

Berlin,den 13.09.1998

73 de DD6UMW - Willfried

 

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