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Field-Day - frei übersetzt: Amateurfunkaktivitäten unter Obhut von Mutter Natur - sind, und das wissen wir jetzt ganz genau, echte Highlights im Leben eines Ortsverbandes.
Jedenfalls waren wir fest entschlossen, Field-Days zum festen Bestandteil unserer Aktivitäten im Ortsverband D17 werden zu lassen. Nun sind Field-Days ja nichts Neues und die Mitglieder des OV D17 können auch aus vergangenen Zeiten über interessante Field-Day-Aktivitäten berichten. Die letzten 5 Jahre wurden mehr dem Aufbau des neuen Ortsverbandes und der Gewinnung neuer Mitglieder gewidmet. Mit dem Anstieg der Mitgliederzahl polarisierten sich auch mehrere Interessengruppen. Und so fand sich auch ein "Häuflein Verwegener", die großes Interesse entwickelten und, wie sich dann zeigte, riesigen Spaß an den Field-Days fanden.

Die durch diese Gruppe entwickelten Aktivitäten führten dann dazu, daß unser Clubstationsrufzeichen (DLØBLM) öfter außerhalb "on-air" war, als am Standort der Clubstation selbst. Da ein und dasselbe Rufzeichen nicht gleichzeitig von zwei Standorten aktiv sein kann, wurde kurzerhand ein zweites Stationsrufzeichen beantragt, mit dem wir dann hauptsächlich außerhalb "on-air" sind.

So kam es dann, daß in unserem Ortsverband zwei Stationsrufzeichen existieren, nämlich DLØBLM und DFØBLM. Nebenbei bemerkt, unsere Clubstation hat seit einiger Zeit wieder ein festes Zuhause. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.........!

Jeder, der schon einmal Field-Days organisiert hat, weiß, was damit alles verbunden ist. Auf jeden Fall gingen wir mit großem Enthusiasmus unser Vorhaben an.

96 01Die meisten von uns hatten Field-Days schon mal mitgemacht, aber immer nur als Gäste eines befreundeten OV's. Wir haben sozusagen vom Organisationstalent der anderen die Ergebnisse genießen dürfen. An dieser Stelle sei besonders dem Ortsverband Y14 unser Dank ausgesprochen.

Nun denn....., zu einem guten Field-Day gehört ein guter Standort und wir dachten uns, daß es in der näheren Umgebung von Berlin eigentlich genug kleinere oder größere Hügel geben müßte, die unseren Ansprüchen genügen würden. Also machten wir uns auf die Suche. Zuerst besorgten wir uns topographische Karten der Umgebung von Berlin. Tatsächlich fanden wir auch mehrere Punkte, die, wenigstens vom Höhenniveau, geeignet erschienen. Einige dieser potentiellen Standorte konnten allerdings gleich gestrichen werden, weil sie sich in Landschafts- oder Naturschutzgebieten befanden. Die übriggebliebenen mußten vor Ort erkundet werden. Da sich diese Standorte verständlicherweise außerhalb der Routen öffentlicher Verkehrsmittel befanden, hatten die Autobesitzer unter uns ausgefüllte Wochenenden vor sich. Aber auch diese Seite der Vorbereitungen hatte ihre Reize: Wir lernten auf diese Weise noch unbekannte Gegenden der herrlichen Umgebung unser Hauptstadt kennen. Da diese Ausflüge oft mit der ganzen Familie durchgeführt wurde, war es schon ein Gewinn. Das Ergebnis dieser Aktionen war, daß die meisten Standorte aus den unterschiedlichsten Gründen nicht geeignet waren. Solche Gründe sind
- kommerzielle Nutzung anderer Funkdienste
- land-, forst- oder andere wirtschaftliche Nutzung
- militärische Nutzung
- privates Grundstück
- ungeklärte Eigentumsverhältnisse.
Ein Ergebnis, das eigentlich typisch ist für die Situation im Berliner Umland.


Ein Erlebnis der besonderen Art soll im folgendem geschildert werden: Eigentlich wurde ich durch meine YL darauf aufmerksam gemacht. Da sie bei fast allen Rechercheaktionen dabei war, kannte sie unser Problem und war sozusagen sensibilisiert, hi.... . Sie zeigte mir einen Artikel in der Zeitung, in dem von einem ehemaligen Führungsbunker des damaligen Verteidigungsministers der DDR die Rede war: ....in der Nähe von Strausberg..., 3-stöckiger Bunker in 30 Meter Tiefe...., eine Betreibergesellschaft macht Rundgänge für die Öffentlichkeit....usw,usw. Was ich da las, klang sehr interessant. Also, nichts wie hin, angucken! Am darauffolgenden Wochenende schauten wir uns die ganze Sache an. Es zeigte sich, daß es dort einen sogenannten Bunkerberg gab, dessen Gipfel genug Platz bot, um Zelte, Fahrzeuge und jede Menge Antennen aufzunehmen, ohne das man sich gegenseitig auf die Füße treten muß. Hinzu kam, daß am Rande dieses Bunkerberges Baracken standen, die bei schlechtem Wetter als Aufenthaltsraum und als Lager genutzt werden konnten. Genau das, was wir gesucht haben! Der Geschäftsführer dieser Betreibergesellschaft zeigte sich sehr aufgeschlossen und wir konnten alsbald auch eine vertragliche Basis finden, die uns die Nutzung dieser Fläche bis auf weiteres garantieren sollte. Mitarbeiter der Betreibergesellschaft halfen uns, unser neues Field-Day-Gelände zu erschließen.

96 02Dieses ehemalige Militärgelände wurde zuletzt genutzt von der Bundeswehr. Von ihr wurde es auch beräumt. Wir waren eigentlich von deutscher Gründlichkeit und Ordnung überzeugt. Um so überraschter waren wir, was wir doch noch dort vorfanden: Teilweise in betriebsfertigem Zustand oder noch unbenutzt verpackte Kurzwellen- und UKW-Antennen, Kabel, Abspannseile, Antennenmasten und vieles andere mehr - alles aus "NVA-Zeiten". 96 03Überhaupt bot die gesamte Bunkeranlage reichlich Anlaß fär Phantasie und Visionen. Ein kleines Beispiel nur: Durch ehemalige Mitarbeiter wurden wir auf eine sogenannte Erdantenne aufmerksam gemacht. Dieses soll eine Antennenanlage sein, die, ähnlich wie ein Erdkabel, im Erdboden vergraben wird und auf Grund ihrer Struktur und bestimmter physikalischen Effekte wie eine normale terrestrische Antenne funktionieren soll. Auch andere, in Überresten noch vorhandene Antennenanlagen gaben viel Anlaß zu Spekulationen.

96 04Wie auch immer......, wir waren glücklich über diesen grandiosen Standort und organisierten unseren nächsten Field-Day voller Begeisterung -
Himmelfahrts-Field-Day vom 16.-19.05. 1996 -


Dieser Field-Day war sozusagen die heiße Erprobung dieses Standortes aus funkphysikalischer Sicht.

73 de Willi, DD6UMW


Ende Teil 1

 

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