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Jedes Jahr das gleiche Spiel: Es beginnt mit Winter, dann kommt Frühling, Sommer, Herbst und wieder ein Stückchen Winter. Das war 2008 ganz genau so! Klar doch, das wussten wir schon eine Weile, aber irgendwie hofften wir doch insgeheim, der Winter möge ausfallen. So was hat ja schon mal gegeben. Nun, er tat uns nicht den Gefallen. Ganz im Gegenteil, erzeigte uns einen dicken Daumen: Seit etwa Weihnachten 2008 hatten wir eine geschlossene Schneedecke bis in den Februar 2009 hinein. Die Temperaturen sanken insbesondere nachts auf zweistellige Minusgrade.
Alle Welt freute sich über das schöne Winterwetter, nur wir nicht. Denn es kam was kommen musste. Man könnte auch sagen, die Vergangenheit hat uns eingeholt ...
Die fleißigen Chronikleser mögen sich erinnern...! 
Durch eine grobe Fahrlässigkeit wurde die Heizungsanlage im Haus 7 noch vor dem großen Eigentümerwechsel unbrauchbar gemacht. Der Zustand der Heizung hat sich bis heute nicht geändert. Das wiederum bedeutet, dass zur Winterzeit keine Heizung im Haus funktioniert und damit das gesamte Wasserver- und –entsorgungssystem frostgefährdet ist.
Und um keine weiteren Frostschäden zu verursachen, wurde das Wasser einfach abgestellt. Aus Sicht des Eigentümers eine vernünftige Reaktion. Aber aus unserer Sicht natürlich nicht.
Nun, wie dem auch sei, wir lernten damit umzugehen. Denn heizen konnten wir ja auch elektrisch.
Ja, es wurde uns ausdrücklich erlaubt. Der vorherige Eigentümer hat uns sogar Heizkörper zur Verfügung gestellt. Jetzt kam aber der Eigentümerwechsel.
Der neue Eigentümer änderte das gesamte Energieabnehmersystem, es wurde disloziert und alle Abnehmer werden jetzt extra gezählt. Alles nachvollziehbar! Das hat sich zwar auch bis zu uns rumgesprochen, aber die tiefere Bedeutung des ganzen hat sich uns erst später offenbart.
Das unbekümmerte Heizen mit Elektroenergie hatte plötzlich einen Preis. Vorher ging das pauschal im großen Gesamtverbrauch unter. Das hat da offensichtlich niemand interessiert.
Jetzt werden alle Endverbraucher zur Kasse gebeten. Und wir natürlich auch. Und das war ein richtiger Schock.
Das hat uns natürlich aktiv werden lassen. Alle anderen Projekte wurde erst mal gestoppt, damit die Ressourcen frei werden für die Optimierung und letztlich Minimierung des Energieverbrauches bzw der Energiekosten. In aller Eile wurde ein Steuerungssystem entwickelt und realisiert, mit welchem wir die Heizung optimal an die tatsächlichen Bedürfnisse punkt- und zeitgenau betreiben können. Dadurch konnte der Energieverbrauch sofort dauerhaft um ca. 25% gesenkt werden. Durch eine kritische Betrachtung des gesamten Anlagenbetriebes konnte erreicht werden, dass nicht unbedingt notwendige Anlagenteile heruntergefahren bzw. zeitlich anders gesteuert wurden und dadurch der Gesamtverbrauch reduziert wurde.
Zusätzlich wurden bauliche Dämmmaßnahmen realisiert, die verhindern sollen, dass z.B. ein unverhältnismäßiger Wärmeaustausch durch die Fenster und Türen erfolgt. Die Wärmeverluste wurden somit reduziert. Auf Grund der von uns kontinuierlich durchgeführten Temperaturmessungen konnten die Effekte auch tatsächlich nachgewiesen werden. Nicht zuletzt wollten wir auch gegenüber dem Eigentümer beweisen, dass wir Energie nicht verschwenden, sondern möglichst effektiv nutzen.
Die Verbrauchszahlen sanken signifikant, solange die Außentemperatur ein bestimmtes Niveau nicht unterschritt. Aber diesen Gefallen tat sie uns bekanntlich nicht.

Jahr - Eistage (Tmax < 0°C) [letztes Jahr]       5 [5]
Jahr - Frosttage (Tmin < 0°C) [letztes Jahr]       49 [38]


Die äußeren Umstände zwangen uns also, den normalen Dienstbetrieb in den Räumen einzustellen und nur noch unabdingliche, in der Regel automatisch arbeitende Anlagen in Betrieb zu halten.
Der unbedarfte aber mitfühlende Leser wird sich jetzt fragen: Warum wurde denn keine alternative Heizung benutzt, zum Beispiel mobile Propangas-, Benzin- oder Dieselheizung? Die heutigen Heizungen sind doch bereits sehr effektiv und eigentlich auch erschwinglich.
Ja, auch daran haben wir gedacht. Aber im selben Moment auch wieder verworfen. Warum?
Erstens ist das ein versicherungsrechtliches Problem. Kleinfeuerungsanlagen in geschlossenen Räumen. Der Vermieter macht da nicht mit. Und wir könnten die Versicherung nicht bezahlen.
Zweitens wohin mit den Abgasen? Woher die Frischluft? Die Räume müssen ja geschlossen sein.
Und hier kommt ein drittes Problem ins Spiel: Die Luftfeuchtigkeit! Unsere Anlagen vertragen nur ein bestimmtes Maß an Luftfeuchtigkeit. Und das ist bei derartigen Kleinheizungsanlagen nicht beherrschbar. Also bleibt nur unter unseren Umständen die Elektroheizung.
Mit dieser Erkenntnis saßen wir Anfang Januar 09 ziemlich in der Klemme. Denn eine neue Energierechnung vom Vermieter stand ins Haus! Es hat uns fast die Schuhe ausgezogen. Die Energiekosten für einen Monat waren fast genau so hoch, wie die Bruttomiete für den gesamten Monat für alle unsere Räume zusammen. Umgehend wurde ein Krisenstab zusammen getrommelt. Wir müssen etwas tun!
Nach heißer Diskussion wurde beschlossen, das Gespräch mit dem Eigentümer zu suchen. Es muss eine grundsätzliche Lösung gefunden werden. Ein entsprechender Brief, als formeller Widerspruch formuliert, ermöglichte uns, einen geeigneten Gesprächstermin zu vereinbaren. Das Gespräch fand Anfang Februar statt. Es verlief in einer ruhigen, zu mindestens von unserer Seite, angespannten aber auch konstruktiven Atmosphäre. Letztlich erreichten wir, dass unsere Energiekostenberechnung auf eine neue Basis gestellt wurde, die uns jedenfalls einen größeren Spielraum ermöglicht. Hinsichtlich der Zahlungsmodalitäten wurde ebenfalls ein Kompromiss gefunden. Außerdem erfuhren wir, dass noch in diesem Jahr die Heizung im Haus7 repariert wird und wir ab kommenden Herbst/Winter wieder ein geheiztes Haus haben, mit warmen Zimmern und warmen Wasser aus der Wand.
Das hört sich doch alles ganz gut an, nicht wahr.
Gut, aber das alles änderte nichts an der heizungstechnischen Situation im Augenblick. Wir ließen die Situation wie sie jetzt war – minimaler Anlagenbetrieb ohne extra Heizung. Dadurch haben wir gesichert, dass die Kostenanteile für Elektroenergie im Limit bleiben. Trotzdem kamen wir uns vor, wie Forscher, die den Rendezvoustermin mit dem Kometen verpasst haben und jetzt warten müssen, bis der nächste Passagetermin heranrückt. Um nicht ganz ohne Verbindung und Zustandsinformation zu sein, fuhr ca. alle 7-10 Tage irgend jemand raus und schaute nach dem rechten.
Man bedenke, das Haus wurde jetzt bereits den dritten Herbst und Winter nicht beheizt. So ein Betonbau kühlt dann so richtig durch. Es gab Tage, da war es draußen wärmer als drinnen. Das mag im Sommer ja noch angenehm sein, aber im Herbst und Winter ist das echt besch..... Während der o.g. Kontrollbesuche habe ich mir den Spaß gemacht und die Temperatur im ganzen Haus gemessen, d.h. vom Keller an, jede Etage bis unters Dach. Dabei konnte ich feststellen, während es draußen ca. –8 C° waren, zeigte der Temperaturmesser im Keller +3°C. Mit jeder Etage, die ich höher stieg, fiel die Temperatur. In der obersten Etage, sozusagen direkt unter dem Dach, war sie mit 0,2°C am niedrigsten. Als Messpunkt wurde jeweils die Mitte des Keller- bzw. Etagenflures gewählt. Es ist klar, dass bei solchen Raumtemperaturen ein längerer Aufenthalt in den Räumen unmöglich war.
So blieb es den ganzen Februar. Die Außentemperaturen dümpelten immer so um die 0°C-Grenze.
Erst ab Mitte März blieben die Außentemperaturen regelmäßig über 0°C.
Zur Zeit herrscht Aufbruchstimmung in den Frühling. Es regnet zwar häufiger als die Sonne scheint, aber die Temperaturen sind langsam aber kontinuierlich im Steigen begriffen.
Die letzten beide Wochenenden im März waren wir je einen Tag draußen und haben bereits Vorbereitungsarbeiten für weitere Antennenaufbauten auf dem Dach durchgeführt.
Da die Temperaturen jetzt durchgängig, also auch Nachts im Plus-Bereich liegen, hoffen wir, dass es ab dem 01.April wieder Wasser im Haus gibt.

Nun, doch eine endliche Geschichte? Schauen wir mal....

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