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Es ist schon Juni und gerade an diesem Wochenende ist es sehr heiß hier in Berlin. Bei einem Glas eisgekühlter Tonic sitze ich am PC und habe mir gerade die Bilder vom JAIG-Treffen in Gosen angeschaut, die Jim (Nakayima - JA9IFF) auf die JAIG-Homepage eingespielt hatte. Die Erinnerungen kamen, als wäre es erst gestern gewesen........................... .


..........................................am Wochenende vor dem eigentlichen JAIG-Treffen traf sich die DFØBLM-Crew nochmals in Gosen. Letzte Details wurden besprochen und dannach gemeinsam der noch kurz vorher beschaffte 25m-Mast und einige andere Antennen aufgebaut.
Trotzdem der Aufbau dieses 25m-Mastes für fast alle von uns eine Premiere war, klappte es ausgezeichnte. Natürlich gab es hier und da ein paar Aufgeregtheiten aber Teamgeist und die persönlichen Fähigkeiten jedes Einzelnen wirkten hervorragend zusammen und bis zum Abend waren Mast, Antennen und Funkraum für KW und UKW betriebsfertig auf-und eingerichtet.

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Jetzt konnte das JAIG-Treffen wirklich beginnen.
Am Sonntag, dem 26.04.98, kamen die ersten Gäste: Erika, Kuni (DF2CW) und Coco. Nachdem die Hürden der Zimmerbuchung erfolgreich überwunden wurden feierten wir unser Wiedersehen in der Gaststätte "Zum Märkischen Landhof". Das ausgezeichnete Essen und die Freundlichkeit der Wirtsleute begleitete uns übrigens das gesamte JAIG-Treffen hindurch.

98ja050Doch dazu später...... . In den verbleibenden Tagen bis zum offiziellen Beginn des Treffens halfen uns Erika und Kuni bei den verschiedensten Dingen der Vorbereitung.

98ja021Wenn mal nichts zu helfen war, saß Kuni im Funkraum und testete die funkphysikalischen Bedingungen des Standortes, und das, wie wir mit Begeisterung feststellen konnten, sehr erfolgreich:


- erste Funkverbindungen mit einer ausländischen Station(OE),
- erste Funkverbindungen mit einer japanischen Station in EA,
- erste Direktverbindung nach Japan.

Einen besseren Einstand hätten wir uns nicht wünschen können!
In den folgenden Tagen kamen die Teilnemer dieses Treffens mit PKW, Flugzeug und Eisenbahn.
Für die mit PKW anreisenden OM's und YL's bzw. XYL's wurde auf den vereinbarten UKW-Frequenzen Orientierungshilfe gegeben. Der durch uns organisierte "Shuttle"-Dienst für die von Flughäfen und Bahnhöfen abzuholenden Teilnehmer funktionierte reibungslos.

Der Donnerstag (30.04.98) war zwar der offizielle Anreisetag aber wir wollten den Teilnehmern, die bereits da waren, die Gelegenheit geben, ein Highlite aus der Geschichte der deutschen Rundfunktechnik kennen zu lernen.
Mehr als die Hälfte aller schon anwesenden Teilnehmer nahmen diese Gelegenheit wahr und fuhren ins Sender- und Funktechnikmuseum Königs Wusterhausen. Hier erwartete uns ein sehr interessanter Einblick in die Geschichte des deutschen Rundfunks, von seiner Geburt bis zur Gegenwart.


Der Freitag (01.05.98) als erster kompletter Veranstaltungstag führte uns nach Lübbenau in den Spreewald. Der Bus holte uns pünktlich ab und wir hatten eine angenehme Fahrt bei strahlendem Sonnenschein, der übrigens während des gesamten JAIG-Treffens uns treu begleitete. Organisation ist eben alles.....hi,hi!
Im Spreewald angekommen warteten schon zwei Kähne auf uns.
Und dann ging es los, ganz geruhsam durch die einmalige Natur der vielverzweigten Flußläufe der Spree zwischen Lübbenau und Lehde.

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Das traumhafte Wetter trug mit dazu bei, daß diese Fahrt in und durch einen Teil des Spreewaldes bestimmt in bester Erinnerung bleiben wird, auch wenn die Gewürzgurken schon längst aufgegessen sind.

 

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Nach der Kahnrundfahrt hatte jeder noch Gelegenheit sich ins Gewühle des Touristenshopping zu stürzen bevor es dann wieder zurück ins Hotel nach Gosen ging.
Hier erwartete uns ein leckeres Abendbrotbuffet.

Für das Org-Team war aber noch lange nicht Feierabend. Im "Headquarter" (HQ) liefen alle Informationen zusammen, die im Laufe des Tages von den verschiedene Partnern und Teamleaders aufgelaufen sind.
Der Tag mußte ausgewertet, abgerechnet und der nächste Tag vorbereitet werden. Erst wenn wir davon überzeugt waren, daß wir alles bedacht hatten, ließen wir den Tag für uns bei einem Bierchen ausklingen.
Der Samstag (02.05.98) sollte der Höhepunkt werden. Mit einem modernen Reisebus von BerlinMobil fuhren wir etwas früher als am Vortag Richtung Potsdam. Unser erstes Ziel war Sanscoussi.

98ja046Olaf, DL7UND, erwies sich als sehr kundiger zumal japanisch sprechender, glücklicherweise auch deutsch erklärender Reiseführer.

98ja038Der herrliche Schloßpark Friedrich des Großen zeigte sich bei strahlendem Sonnenschein von seiner goldenen Seite. Schon der Empfang bereitete großes Vergnügen:
Ein Musikant in höfischer Tracht aus der Zeit Friedrich d. G. erbot uns auf der Querflöte spielend ein Willkommensgruß.

Es war wirklich wunderschön hier. Da konnte man schon verstehen, daß einige sich nur schwer bewegen ließen, weiter zu gehen.....unser Zeitplan lief schon auf "Reserve"!
Schnell noch das Gruppenfoto und dann ging es schon weiter, ein bischen durch Potsdam´s Holländerviertel Richtung Schloß Cecilienhof.

O98ja043laf's kundige Kommentare waren für jeden von uns eine Wissensbereicherung oder mindestens eine Gedächtnisauffrischung in deutscher, europäischer und Weltgeschichte. Und selbst für unsere japanischen Freunde offerierten sich historische Bezüge zu ihrem Heimatland.

Unsere Fahrt führte dann weiter über die Glienicker Brücke mit einem kurzen Zwischenstop für "photos of memorials". Weiter ging es über die berühmte AVUS-Strecke zum Kurfürstendamm. Und spätestens hier hatte uns die Gegenwart wieder eingeholt: Himmel und Menschen - als wenn alle Welt sich nur in Berlin drängeln wollte.
U98ja045nser Busfahrer fädelte uns an der Gedächniskirche vorbei durch die Riesenbaustelle am Potsdamer Platz zum Brandenburger Tor.
Hier wurde eine längere Pause gemacht und jeder konnte das Brandenburger Tor von allen Seiten ausgiebig durchwandern und betrachten.

Die Fahrt ging bald weiter durch die Friedrichstraße, am berühmten "Planet Hollywood"-Disco-Shop vorbei über den Gendarmenmarkt und Unter den Linden, Humboldt-Universität, Schloßbrücke, dem Roten Rathaus von Berlin zum Endpunkt der ersten Etappe unseres Ausflugs, der Jannowitzbrücke.

grosses BildHier erwartete uns bereits ein Ausflugsschiff für die zweite Etappe des Tages: Eine Brückenrundfahrt durch Berlin.

98ja011Selbst für einen langjährigen Berliner bietet solch eine Brückenfahrt interessante Sichtweisen und Eindrücke, die man aus dieser Perspektive nicht erwartet hatte.

Es war schon irgendwie beeindruckend, zwischen grünen Uferanlagen, Industriebauten und Hochhausriesen aus Glas und Stahl hindurchzuschippern. Unterwegs begegneten uns viele andere Ausflugsschiffe und imposante Privatyachten.
Am faszinierensten war die Fahrt durch die Baustellen des Reichstages und des künftigen Kanzleramtssitzes mit seinen gewaltigen Baugruben von der Fläche eines Fußballfeldes und einer Tiefe, in der ein fünfstöckiges Haus verschwinden würde.
Die Zeit verging wie im Fluge und unser Bus erwartete uns am Anlagesteg, um dann mit der Rückfahrt vorbei an der Eastside-Galery ins Hotel- und Kongresszentrum Gosen diese Etappe zu beenden.

Uns als Organisatoren blieb wenig Zeit, die Eindrücke des Tages zu verarbeiten, denn der heutige Abend verlangt unsere volle Aufmerksamkeit.
Ab 19.00Uhr stand, wie auch sonst immer, das Abendbrotbuffett bereit. Doch diesesmal hatten sich unsere Wirtsleute selber übertroffen: Es war einfach großartig!

Nach solch tollem Abendessen sollte wirklich nichts mehr schiefgehen.
Eigentlich wollten wir uns noch vor dem Abendprogramm draußen vor der Rezption treffen und das obligatorische Gruppenfoto machen aber ein starker Gewitterregen verhinderte dieses.

Apropos Wetter.......!
Seit dem Tag, an dem unsere Crew in Gosen Quartier bezog, hat uns die Sonne nicht mehr in Stich gelassen. Man könnte sogar sagen: Für jede Minute unseres Treffens das richtige Wetter. Darum war es auch nicht so verwunderlich, daß sich ganz hartnäckig das Gerücht hielt, das wäre alles organisiert und die haben einen "Draht nach oben" usw.. Daran änderten auch unsere Beteuerungen nichts, daß wir damit nichts zu tun hätten.
Wie dem auch sei, wir waren alle froh über das JAIG-WETTER, denn es trug wesentlich zum Erfolg unseres Treffens bei.

Im Rahmen unserer Vorbereitungen wurden der Termin des JAIG-Treffens in der "CQ DL", dem "Funkamateur" und im PR-Netz sowie im Internet veröffentlicht.
In diesem Zusammenhang wurden auch Einladungen an die Distrikte Y (Brandenburg) und D (Berlin) versandt. Aus Brandenburg erhielten wir eine Antwort, zwar nur eine Absage aus terminlichen Gründen aber immerhin eine Reaktion.
Aus Berlin kam nicht mal eine Reaktion, obwohl uns fast alle zur Zeit existierenden Informationssysteme rund um die Uhr zur Verfügung standen. Ein sehr bezeichnendes Bild.....!
Alle übrigen geladenen Gäste waren gekommen und verbrachten angenehme Stunden in unserer Mitte.

Der gemeinsame Abend wurde eröffnet mit Kuni's (DF2CW) Bericht über die Tätigkeit der JAIG in der Zeit seit dem letzten Jahrestreffen. Es gab viele gute Aktivitäten aber es gab auch kritisches anzumerken.
In diesem Zusammenhang erläuterte Kuni, welche Probleme beim Erstellen der JAIG NEWS zu überwinden sind und wie jedes JAIG- Mitglied bei der Bewältigung dieser Probleme helfen könnte.

98ja049Ein weiterer wichtiger Punkt war die Vergabe des JAIG-Preises.
Unser Freund Bertin (DJ9WH) begründete in seiner Laudatio die Entscheidung, den JAIG-Preis diesesmal an Taizo Arakawa (GW0RTA/JA3AER) zu überreichen. (Kuni-san übernahm stellvertretend die Auszeichnung, da Taizo-san nicht anwesend sein konnte, und üerreichte den Preis direkt in Japan)
Es fand einhellige Zustimmung.

98ja048Nach diesem etwas ernsteren Teil des Abends leitete Sumiko mit ihrem Koto-Spiel den gemütlichen Teil dieses Abends ein.

Nach diesem Ausflug in die japanische Kultur schlugen wir eine große Brücke durch Raum und Zeit und fanden uns im Berlin der Jahrhundertwende: Eine Drehorgelspielerin im Kostüm der Zeit von "Vater Zille" betrat den Saal. Mit ihrer handgetriebenen Drehorgel sang und spielte unser "Berolinchen" - so nannte sie sich - Lieder und Moritaten aus dem Leben der einfachen Leute in den Berliner Hinterhöfen.

berolin.jpgWir sangen mit ihr gemeinsam Lieder nach defftigem Berliner Humor. Ein paar ganz mutige trauten sich, selbst die Orgel zu drehen. Und sie schafften es, aus dem Leierkasten die "Berliner Luft" rauszudrehen. Es war ein riesen Spaß für alle Mitspieler und Zuschauer.98ja029

Der Abschied von "Berolinchen" viel dann auch schwer. Aber selbst ein Leierkasten macht irgendwann qrt+cl.
Selbstverständlich gab es auch dieses mal wieder eine Tombola zu Gunsten der JAIG-Kasse. Die Preise waren Spenden von JAIG- Mitgliedern und Freunden des Amateurfunks und deckten fast die gesamte Palette von niveauvoll bis merkwürdig ab. Aber wie heißt es so schön: Der Spaß heiligt die Mittel, oder so ähnlich.

 

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Auch dieser Abend neigte sich dem Ende zu. Die vielen Gesprächsgruppen lösten sich langsam auf und den Organisatoren fiel nach und nach ein ganzer Berg Steine vom Herzen.

Sonntag vormittag war eigentlich das JAIG NET angesagt. Aber leider ließ starkes QRM kommerzieller oder militärischer Stationen keine Verbindung zu.

Ja, und dann war es wieder mal so weit:
Abschied nehmen von guten Freunden, von neuen Freunden. Es hat uns allen viel Spaß gemacht und wir freuen uns auf das nächste Wiedersehen.....................................................................

..........................................................als ich die Augen öffnete fiel mein Blick auf die Zeitanzeige des Bildschirms: 0.43 Uhr !!!!
Ein kurzer Druck auf die "Power"-Taste und der Computer war aus.
...aber schön war es doch!


73 de Willy DD6UMW

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