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Forscher der australischen Swinburne University of Technology (Melbourne) haben den ungewöhnlichen Neutronenstern Swift J1818.0-1607 entdeckt, der möglicherweise das „fehlende Bindeglied“ zwischen Magnetaren und Pulsaren darstellt. Eine Kurzfassung ist im Repositorium „ArXiv.org” zugänglich.

Demnach wurde Swift J1818.0-1607 am 12. März 2020 durch das an das Swift Observatory angeschlossene Burst Alert Telescope (BAT) bei einem Gammastrahlenausbruch entdeckt. Zunächst betrachteten Wissenschaftler dieses Objekt als Magnetar – einen Stern mit einem sehr großen Magnetfeld. Eine Analyse habe damals jedoch ergeben, dass es sich um den bisher am schnellsten rotierenden Pulsar, der pulsierende Radiowellen aussendet, handelt. Wahrscheinlich ist er mit circa 240 Jahren auch einer der jüngsten.

Den Wissenschaftlern seien vier weitere Magnetare bekannt, Swift J1818.0-1607 verfüge jedoch über eine Funktion, die keiner von ihnen besitzt, hieß es. Beim Übergang von niedrigen zu hohen Frequenzen sei von den Astronomen eine starke Reduzierung der Funkemission festgestellt worden. Dabei hätten andere Magnetare über das gesamte Hochfrequenzspektrum eine nahezu konstante Leuchtkraft, so die Forscher.
Swift J1818.0-1607 könne sicher als potenzielles fehlendes Glied zwischen den Magnetaren und Pulsaren bezeichnet werden, sagte der Astrophysiker Marcus Lower von der Swinburne University of Technology gegenüber dem Fachportal „ScienceAlert“.

Diese Entdeckung könne beweisen, dass sich Pulsare zu Magnetaren entwickeln können, hieß es weiter.

Die Forscher betonen, dass für endgültige Schlussfolgerungen eine zusätzliche Untersuchung von Swift J1818.0-1607 nötig sei.

„Swift“-Mission

Die Mission ist ein gemeinsames Projekt der US-Weltraumbehörde Nasa, der italienischen Raumfahrtbehörde und des britischen Astronomy Research Council aus dem Jahr 2004. „Swift“ ist die erste Weltraummission, die der Erforschung von Gammastrahlenausbrüchen gewidmet ist.

pd/sb

(Quelle: Sputnik Deutschland / Copyright © Sputnik)

 

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