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mond 06060614:22 Uhr - Forscher können bis dato noch nicht endgültig verstehen, wie der Mond entstanden ist. Sie haben aber die zeitlichen Grenzen präzisiert.

Die verbreitetste Theorie ist gegenwärtig die Theorie der Riesigen Kollision (Giant impact), die im Jahr 1984 als Hypothese für die Mondentstehung angeboten wurde.

Laut dieser Theorie war der Mond vor etwa 4,6 Milliarden Jahren nach dem Zusammenstoß mit einem gewissen Himmelskörper entstanden, der seinen Namen nach dem Namen der älteren Tochter – Theia - von Uran und Gea aus der altgriechischen Mythologie erhalten hatte. Infolge der Kollision wurden selbst der Protoplanet Theia und ein Teil des Erdmantels in die Erdumlaufbahn ausgestoßen. Aus diesen Trümmern sammelte sich der Proto-Mond.

Die Computer-Simulation zeigte, dass, wenn die Theorie richtig ist, der größte Teil des Materials, aus dem der Mond besteht, von der Theia gekommen sein müsste. Allerdings fanden die Forscher zahlreiche Beweise dafür, dass der chemische Bestand der Erde und des Mondes praktisch identisch ist.

Die Autoren der neuen Studie, die im wissenschaftlichen Fachmagazin „Nature Geoscience“ veröffentlicht wurde, versuchten diese Paradoxe zu klären, indem sie die Zeit der Kollision der Theia und der Erde präzisierten. Diese Kollision passierte den Forschern zufolge etwa 50 Millionen Jahre nach der Entstehung der Sonne. Zu jener Zeit war die junge Erde mit einem bis 1500 km dicken Magma-Ozean bedeckt.

In einer Serie von Computer-Simulationen erblickten die Forscher, wie die Theia in diesen Ozean prallt und ihre Trümmer dann zusammen mit dem Magma-Ärmel in den Weltraum zurückfliegen. Eine riesengroße Wolke blieb in der Erdumlaufbahn und verwandelte sich schließlich in den Mond.

„In unserem Modell bestehen etwa 80 Prozent des Mondes aus den protoirdischen Materialien“, sagt der Ko-Autor der Studie, der Geophysiker Shun-ichiro Karato von der Yale University, USA. Der Mehrheit der früheren Studien ist dagegen zu entnehmen, dass der Mond zu etwa 80 Prozent aus Materie der Theia besteht, was den Daten der chemischen Analyse jedoch widerspricht.

Nach Ansicht der Autoren des Artikels sei die neue Hypothese mit der Theorie der Riesigen Kollision kompatibel, allerdings sei dies noch nicht die endgültige Antwort auf die Frage hinsichtlich der Mondentstehung.

(Quelle: Sputnik Deutschland / Copyright © Sputnik)

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